


SARS CoV-2 SYNDROM
Corona-Vakzine
So viele Impfschäden wurden bislang anerkannt
Mehr als 14.000 Menschen haben in Deutschland einen Corona-Impfschaden geltend gemacht, nur 6,5 Prozent der Anträge wurden anerkannt.
Gut 14.000 Anträge auf Anerkennung von Corona-Impfschäden sind bei den deutschen Behörden eingegangen. Der Anteil der Bewilligungen schwankt von Bundesland zu Bundesland stark. Viele Fälle ziehen sich auch nach dem Bescheid vom Versorgungsamt hin.
Eine Analyse
In Deutschland klagen mehr als 1.000 Menschen auf Anerkennung eines Impfschadens im Zusammenhang mit den Corona-Vakzinen. Das geht aus einer Abfrage in allen 16 Bundesländern hervor. Bundesweit sind seit Beginn der Impfkampagne um Weihnachten 2020 bis Mitte 2025 mehr als 14.000 Anträge bei den Versorgungsämtern eingegangen. Knapp 10.000 Anträge haben die Behörden abschlägig beschieden, nur in 633 Fällen erkannten sie einen Impfschaden an.
0,02 Prozent der Geimpften machen Schäden geltend
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation haben die Covid-19-Impfungen allein in Europa mehr als 1,4 Millionen Leben gerettet. Studien gehen zudem mehrheitlich davon aus, dass Geimpfte seltener von Langzeitfolgen (Long Covid) betroffen sind als Ungeimpfte.
Ebenso unstrittig ist, dass die Vakzine Nebenwirkungen hatten, darunter auch schwerwiegende. Es gibt Berechnungen, die nachteilige Effekte spektakulär überbewerten, zudem haben manche Medienberichte sowie politische Kräfte den Eindruck erweckt, als stünden die Impfstoffe vor allem mit Schadensfällen in Verbindung. Umso mehr lohnt ein nüchterner Blick auf die Zahlen.
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Den Angaben aus den Bundesländern haben die Versorgungsämter bis Anfang Juli 2025 insgesamt 14.214 Anträge auf Anerkennung eines Impfschadens erhalten. Eine große Zahl, die sich jedoch im Abgleich mit den verabreichten Impfdosen relativiert – auch wenn es dabei Unsicherheiten gibt.
Denn wie viele Menschen in Deutschland gegen Corona geimpft sind, darüber gibt es aktuell keine offiziellen Daten mehr. Die jüngste Angabe des Bundesgesundheitsministeriums stammt aus dem April 2023. Zu diesem Datum endete die offizielle Impfkampagne. Damals hatten 64,9 Millionen Menschen in Deutschland (77,9 Prozent der Bevölkerung) mindestens eine Impfdosis erhalten. Ausgehend von diesem Wert haben also nur etwa 0,02 Prozent der Geimpften versucht, einen Impfschaden geltend zu machen.
Anteilig kommen die meisten Anträge aus Berlin
Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind groß. Nach absoluten Zahlen erhielten die bayerischen Versorgungsämter die meisten Anträge (3.018). In Relation zur Bevölkerung beantragten allerdings Menschen aus Berlin am häufigsten die Anerkennung eines Impfschadens. Beim Landesamt für Gesundheit und Soziales der Hauptstadt gingen pro 100.000 Einwohner gut 28 Anträge ein – das ist bundesweit mit Abstand der Höchstwert. Zum Vergleich: Der Mittelwert aller Bundesländer lag bei 18 Anträgen je 100.000 Einwohner, in Niedersachsen waren es mit rund 12 am wenigsten.
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Grundlage für die Anträge ist das Infektionsschutzgesetz (IfSG). Erleiden Menschen durch eine offiziell empfohlene Impfung einen dauerhaften gesundheitlichen Schaden, so können sie für die wirtschaftlichen Schäden, die ihnen daraus entstehen, bei ihrem Versorgungsamt eine Entschädigung beantragen.
Erkennt das Amt den Impfschaden an, steht die Tür zu einer staatlichen Versorgung offen, die über die üblichen Leistungen der Krankenkasse oder Rentenversicherung hinausgeht. Abhängig vom Grad der Schädigung (GdS) erhalten Betroffene zum Beispiel Grund- und Ausgleichsrenten, eine Pflegezulage und Kostenerstattungen für Therapien, Hilfsmittel wie Rollstühle oder barrierefreie Umbauten der Wohnung.
Post-Vac ist nicht allgemein anerkannt
Die Hürde: Versorgungsämter erkennen einen Impfschaden nur dann an, wenn die Beschwerden hinreichend wahrscheinlich auf die Impfung zurückgehen. Viele Anträge scheitern daran – insbesondere beim sogenannten Post-Vac-Syndrom, also Long-Covid-ähnlichen Beschwerden nach einer Impfung.
Das staatliche, für die Impfstoffkontrolle zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) beschreibt bestimmte Erkrankungen wie eine Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung, Hirn-Thrombosen oder das Guillain-Barré-Syndrom (eine Nervenerkrankung) ausdrücklich als seltene, aber schwerwiegende Impffolgen. Bei Post-Vac äußert das PEI hingegen deutliche Zweifel. Das Krankheitsbild ist bisher weder allgemein anerkannt noch medizinisch klar definiert.
Dies schlägt sich auch in den Gutachten nieder, die die Versorgungsämter beauftragen, wenn sie die Anträge auf Anerkennung eines Impfschadens prüfen. Selbst in Fällen, in denen mehrere Universitätskliniken Symptome auf die Corona-Impfungen zurückführten, hielten Behörden den Kausalzusammenhang für zu schlecht belegt.
An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ.
Bisher wurden 6,5 Prozent der Impfschäden anerkannt
Entsprechend gering ist der Anteil der anerkannten Impfschäden. Von den gut 14.000 Anträgen waren Mitte 2025 mehr als 3.700 noch offen, gut 800 hatten sich erledigt. In 9.670 Fällen haben die Versorgungsämter einen abschließenden Bescheid verschickt. Nur 633 Impfschäden bestätigten sie, das entspricht einer Quote von 6,5 Prozent (in Bezug auf die inhaltlich beschiedenen Anträge). 9.037 Anträge lehnten sie ab.
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Auch hier zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. So erkannte Bremen bisher nur einen von 103 abschließend beschiedenen Anträgen an (1 Prozent), und auch in Sachsen-Anhalt (1,1 Prozent), im Saarland (1,5 Prozent) sowie in Brandenburg (2,6 Prozent) waren die Anerkennungsquoten besonders niedrig.
Demgegenüber hatten die Betroffenen in Nordrhein-Westfalen (12,4 Prozent), Berlin (11,4 Prozent) und Niedersachsen (10,9 Prozent) jedenfalls statistisch gesehen bessere Chancen auf einen positiven Bescheid.
357 Klagen allein in Bayern
Bundesweit lehnen die Behörden also deutlich über 90 Prozent der Anträge ab. Dies wird wohl noch auf Jahre die Gerichte beschäftigen – das belegen die Angaben aus Bayern, wo die Versorgungsämter bisher mit Abstand über die meisten Anträge aller Bundesländer entschieden haben. Ende Juni lagen im Freistaat 1.149 Widersprüche und 357 Klagen gegen Ablehnungsbescheide vor, teilte die zuständige Landesbehörde – das Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS) – mit.
In NRW warteten Ende Juni 177 Klagen auf ein Urteil, in Hessen sind es 167, wie die Sozialministerien in Düsseldorf und Wiesbaden mitteilten. Auf die Frage nach den aktuell anhängigen Klagen meldeten 15 Bundesländer insgesamt mehr als 1.200 Fälle, wobei einzelne Landesbehörden nicht zwischen den noch offenen und den bereits entschiedenen Klagen unterscheiden konnten.
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Aus Baden-Württemberg lagen keine Angaben vor. Die Zahl der Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit einer Anerkennung von Corona-Impfschäden sei nicht gesondert erfasst, erklärte ein Sprecher des Sozialministeriums in Stuttgart. Insgesamt geht aus den Angaben hervor, dass aktuell mehr als 1.000 Klagen gegen die Ablehnungsbescheide offen sind. Die Gerichtsverfahren ziehen sich – sowohl für Betroffene als auch für die Behörden wird es also noch dauern, bis Rechtssicherheit herrscht.
Hinweis zur Datengrundlage
- RiffReporter hat am 30. Juni die zuständigen Landesbehörden und -ministerien aller 16 Bundesländer nach Angaben zur Zahl der Anträge, zum Bearbeitungsstand und zu den anhängigen Klageverfahren angefragt.
- Der Stand der Daten bezieht sich auf Ende Juni/Anfang Juli 2025. Eine Ausnahme bildet Baden-Württemberg – dort lagen statistische Angaben nur bis zum 31. März 2025 vor.
- Die zitierten Daten kommen von folgenden Behörden: Ministeri
Martin Rücker (RiffReporter)
COVID INFEKTION ALTERUNGSPROZESS BLUTGEFÄSSE
August 2025
Führt eine Covid-Infektion zu einem schnelleren Alterungsprozess der Blutgefäße? Das haben Forschende im Rahmen einer Studie untersucht.
Eine Covid-Infektion könnte die Blutgefäße einer Studie zufolge schneller altern lassen. Frauen seien davon stärker betroffen als Männer, ebenso wie Menschen, die unter Long Covid leiden, schreiben die Autoren einer in der Fachzeitschrift "European Heart Journal" erschienenen Studie.
Mit dem Alter werden die Blutgefäße steifer. Steifere Blutgefäße erhöhen Fachleuten zufolge das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt.
Messung des Gefäßalters bei mehr als 2.000 Menschen
Gedächtnisprobleme nach Corona
Post-Covid-Studie gibt Hinweise auf Veränderungen im Hirn - und erntet Kritik
Nicolas Kaufmann (Riffreporter)
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten in ihrer Studie 2.390 Menschen aus 16 Ländern, darunter auch Österreich. Die Studienteilnehmer wurden zwischen September 2020 und Februar 2022 ausgewählt. Unterschieden wurde zwischen Menschen, die nicht an Covid erkrankt waren, solche mit mildem Verlauf, Menschen, die mit Covid auf der Normalstation behandelt wurden und Menschen, die wegen Covid auf die Intensivstation kamen.
Die Forscher untersuchten das Alter der Blutgefäße einer jeden Person. Dafür nutzten sie ein Gerät, das misst, wie schnell eine Blutdruckwelle sich von der Halsschlagader zu den Oberschenkelarterien bewegt.
Je höher dieser Wert, desto steifer sind die Blutgefäße und als desto höher wird das Alter kategorisiert. Die Messungen erfolgten sechs und zwölf Monate nach einer Covid-Infektion. Bei der Beurteilung wurden auch andere Faktoren, welche das Alter der Blutgefäße beeinflussen können, einbezogen.
Alterungseffekt mit signifikantem Geschlechtsunterschied
Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Blutgefäße bei denjenigen Gruppen, die mit Covid infiziert waren, im Schnitt steifer waren als bei denen, die sich nie infiziert hatten. Dies traf auch auf die Gruppe Studienteilnehmer zu, die nur einen milden Krankheitsverlauf hatten. Wer sich gegen Corona hatte impfen lassen, hatte im Schnitt weniger steife Gefäße als Ungeimpfte.
Herzinsuffizienz größter Risikofaktor bei Omikron-Infektionen
Stark sichtbar war der Unterschied bei Frauen. Bei Männern gab es hingegen keinen signifikanten Unterschied.
Den Autoren zufolge könnte das daran liegen, dass wohl mehr Männer mit Covid starben und es unter den männlichen Studienteilnehmern mit Corona-Infektion somit einen "Überlebens-Bias" geben könnte. Insgesamt habe der Alterungseffekt bei Infizierten sich nach einiger Zeit mitunter stabilisiert oder nachgelassen.
Einordnung von Experten: Gründe für Ergebnisse müssen weiter untersucht werden
Für Heribert Schunkert, den stellvertretenden Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung und Direktor der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen am Deutschen Herzzentrum der TU München, ist die Studie "in gewisser Weise sehr provokativ". Denn viele Menschen waren von einer Covid-Infektion betroffen. Wir wollten zudem alles vermeiden, um zu altern. "Das lässt einen natürlich aufhorchen."
Zu klären ist für ihn nun, was der Grund für die gefundenen Ergebnisse ist.
"Da muss man ganz genau hinschauen, ob diese Gruppen wirklich gleich waren, um zu sagen, ob die Ursache dieser Alterungsbeschleunigung in Covid lag."
Klar sei auch nicht, ob in den Gruppen wenige Menschen einen starken Effekt oder viele einen kleinen Effekt bei der Alterung hatten. "Nichtsdestotrotz ist diese Studie ein gewisser Weckruf." Weitere Studien seien notwendig.
Auch der Kardiologe Dominik Rath vom Universitätsklinikum Tübingen findet die Daten der Studie interessant.
Offene Fragen sind für ihn, ob Covid tatsächlich Grund für die Gefäßalterung ist und auch, warum besonders Frauen von dieser betroffen seien.
Interessant sei für ihn auch, dass die Gruppe von Menschen, die mit Covid auf der Intensivstation lagen eine große Dynamik gezeigt habe, denn bei ihnen hätten sich die Alterungsprozesse nach der 12-Monats-Visite wieder relativ stark zurückgebildet – "was bedeuten könnte, dass die Hospitalisierung per se oder der Intensivstationsaufenthalt auch einen relevanten Anteil spielt."
POTENTIELLE BEHANDLUNGSOPTIONEN
APHERESE
Eine spezielle Form der Blutwäsche (Apherese), die ursprünglich zur Behandlung schwerer Fettstoffwechselstörungen entwickelt wurde. Das Blut wird außerhalb des Körpers gefiltert, um bestimmte Stoffe zu entfernen.
Hauptziel bei Long Covid: Verbesserung der Mikrozirkulation (Durchblutung kleinster Blutgefäße) und Entfernung von Entzündungsfaktoren, Autoantikörpern und sogenannten Mikrogerinnseln (Microclots) aus dem Blutplasma. Dies soll Symptome wie Fatigue, PEM und Brain Fog lindern.
Wissenschaftliche Evidenz: Experimentell. Es handelt sich um einen "individuellen Heilversuch". Der Einsatz bei Long Covid ist nicht Teil der medizinischen Leitlinien und die Wirksamkeit ist wissenschaftlich noch nicht durch große Studien belegt.
Die Methode im Detail
H.E.L.P. steht für Heparin-induzierte extrakorporale LDL-Präzipitation. Es ist ein etabliertes medizinisches Verfahren, das seit Jahrzehnten sicher zur Senkung von stark erhöhtem LDL-Cholesterin und anderen Blutfetten eingesetzt wird, wenn Medikamente nicht ausreichen.
Die Theorie hinter dem Einsatz bei Long Covid basiert auf der Annahme, dass bei vielen Betroffenen die Durchblutung in den kleinsten Gefäßen (Kapillaren) gestört ist. Ursachen könnten sein:
Mikro-Blutgerinnsel (Microclots): Winzige, schwer nachweisbare Gerinnsel, die die Gefäße verstopfen.
Chronische Entzündungen: Entzündungsstoffe und fehlgeleitete Antikörper (Autoantikörper) im Blut, die die Gefäßwände schädigen.
Erhöhte Blutviskosität: Das Blut ist "zäher" und fließt schlechter.
Bei der H.E.L.P. Apherese wird dem Patienten über einen venösen Zugang an einem Arm Blut entnommen. In einer Maschine wird das Blutplasma von den Blutzellen getrennt. Dem Plasma wird Heparin zugesetzt, was bei einem sauren pH-Wert zur Ausfällung (Verklumpung) von bestimmten Substanzen führt – darunter Fibrinogen (ein Gerinnungsfaktor), LDL-Cholesterin, aber mutmaßlich auch die genannten Mikrogerinnsel und Entzündungskomplexe. Diese Verklumpungen werden herausgefiltert. Das gereinigte Plasma wird anschließend wieder mit den Blutzellen vereint und dem Körper über einen zweiten Zugang am anderen Arm zurückgegeben. Eine Sitzung dauert in der Regel 2 bis 3 Stunden.
Anwendungsgebiete: Bei welchen Long-Covid-Symptomen kann es helfen?
Anbieter und einige Patienten berichten von potenziellen Verbesserungen bei folgenden Symptomen, die mit Durchblutungsstörungen in Verbindung gebracht werden:
Schwere Fatigue und Post-Exertional Malaise (PEM): Wenn eine verbesserte Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der Muskeln und Organe erreicht wird.
Kognitive Dysfunktion (Brain Fog): Bei einer möglichen Verbesserung der Gehirndurchblutung.
Muskelschmerzen (Myalgien) und generelle Schmerzzustände.
Belastungsintoleranz und Kurzatmigkeit, die nicht primär von Lunge oder Herz ausgehen.
Wissenschaftliche Evidenz und Studienlage
Dies ist der kritischste Punkt: Der Einsatz der H.E.L.P. Apherese bei Long Covid ist ein Off-Label-Use, also ein Einsatz außerhalb des offiziell zugelassenen Anwendungsgebietes.
Aktueller Stand: Die wissenschaftliche Grundlage besteht bisher hauptsächlich aus Fallberichten, kleinen Beobachtungsstudien und den klinischen Erfahrungen einzelner Apherese-Zentren.
Fehlende Studien: Es fehlen bislang große, randomisierte, kontrollierte Studien (RCTs), die als Goldstandard für den Nachweis der Wirksamkeit einer Therapie gelten. Solche Studien sind notwendig, um den Nutzen eindeutig vom Placebo-Effekt zu unterscheiden und die Sicherheit zu bestätigen.
Kontroverse: Während einige Ärzte und viele selbstzahlende Patienten von teils deutlichen Erfolgen berichten, mahnen medizinische Fachgesellschaften und Krankenkassen zur Vorsicht und verweisen auf die mangelnde Evidenz. Die Behandlung wird in den offiziellen S3-Leitlinien zu Long Covid nicht empfohlen.
Praktische Umsetzung: Wo finde ich Anlaufstellen?
Die H.E.L.P. Apherese wird ausschließlich in spezialisierten Apherese-Zentren oder privaten Kliniken durchgeführt, die Erfahrung mit dem Verfahren haben. Haus- oder Fachärzte bieten dies in der Regel nicht an.
Suche: Die Suche im Internet mit Stichworten wie "Apherese Long Covid", "Blutwäsche Post Covid" oder "H.E.L.P. Apherese Zentrum" führt zu den Anbietern.
Wichtiger Hinweis: Sei kritisch bei Anbietern, die Heilversprechen abgeben. Ein seriöses Zentrum wird dich ausführlich über den experimentellen Charakter, die Kosten und die Risiken aufklären.
Kosten und Krankenkassenübernahme
Kostenrahmen: Die Behandlung ist sehr teuer. Pro Sitzung ist mit Kosten zwischen 1.500 € und 2.500 € zu rechnen. Meist wird ein Zyklus von mehreren Sitzungen empfohlen, sodass Gesamtkosten von 10.000 € bis 20.000 € oder mehr entstehen können.
Gesetzliche Krankenkasse (GKV): Eine Kostenübernahme durch die GKV für die Indikation Long Covid wird in der Regel abgelehnt, da die Methode nicht im Leistungskatalog enthalten ist und der wissenschaftliche Nutzennachweis fehlt.
Private Krankenkasse (PKV): Je nach Vertrag und Versicherer kann eine Kostenübernahme im Einzelfall möglich sein, ist aber ebenfalls nicht garantiert und erfordert meist einen langwierigen Antragsprozess.
Fazit: Patienten müssen davon ausgehen, die Behandlung vollständig als Selbstzahler finanzieren zu müssen.