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NATUR MATERIALEN UND BAUSTOFFE IN GHANA

Traditionell gab es in der Region des heutigen Ghanas vielfältige Bauweisen. Je nach Vegetationstyp und Klima, das in Ghana in Nord-Süd- sowie Ost-West-Ausbreitung sehr unterschiedlich ist, wurden diverse lokale Baustoffe eingesetzt.

Diese Materialien reichten von Lehm über Holz, Bambus, Stroh, Baumbestandteile und Palmblätter bis hin zu Natursteinen.

 

BAMBUS - ein ganz besonderes Gras

Bambus rückt als nachhaltiger Rohstoff weltweit immer mehr in den Fokus und gewinnt auch als strategisches Element in der globalen Entwicklungsagenda immer größere Bedeutung.

Bambus ist nicht nur einer der schnellsten nachwachsenden Rohstoffe der Erde; es ist auch eines der vielseitigsten Materialien der Welt.

Bambus zählt zu den Gräsern und damit nicht zur Gruppe der echten Gehölze.

Der Naturbaustoff vereint die Druckfestigkeit von Beton mit der Zugfestigkeit von Stahl. Im Gegensatz zu diesen konventionellen Baustoffen weist Bambus jedoch einen entscheidenden Vorteil auf:

Statt im Herstellungsprozess Kohlendioxid freizusetzen, bindet der nachwachsende Rohstoff das Treibhausgas beim Wachsen.

Die Pflanze regeneriert sich nach der Ernte schnell und schießt in nur einer Woche einen knappen Meter in die Höhe. Dank seines überwiegend hohlen Aufbaus ist Bambus ausgesprochen leicht. Als natürlicher Rohstoff sind die Bambushalme unregelmäßig geformt und nicht überall gleich dick. Zudem sind die Segmente (Internodien) unterschiedlich lang. Für die Verarbeitung ergeben sich daraus besondere Herausforderungen.

Bambus wächst aus einem Wurzelnetz heraus, den Rhizomen. Die Spitzen der Rhizome biegen sich aus dem Wurzelnetz nach oben und bilden die neuen Halme. Dieses Überlagerung von Wurzelsystemen über mehrer Hektar bietet einen guten Schutz gegen Erosion. Zudem wirkt es als Feuchtigkeitsspeicher und kann als Wurzelklärwerk von Siedlungen und Gehöften benutzt werden. Durch die hohe Wachstumsgeschwindigkeit eignet sich Bambus in Entwicklungsländern zur Wiederaufforstung von Regenwaldgebieten. Auch die Fähigkeit beim wachsen große Mengen an CO2 zu binden sprechen für die ökologischen Vorteile.

Jeder Spross der aus der Erde treibt enthält schon sämtliche Nodien (Knoten), Internodien (Kammern) und Diaphragmen (Trennwände) die teleskopartig zusammengestaucht sind. Bambushalme sind in der Regel hohl und haben einen kreisrunden Querschnitt. Mit zunehmender Höhe nimmt der Durchmesser und die Wandstärke ab.

Nach dem dritten Lebensjahr verholzen und verkieseln die Halme, erst dann sind die Halme für tragende Teile vollwertig. Die äußerste Schicht des Halmes hat einen starken Kieselsäuregehalt weswegen sie gegen äußere Angriffe sehr widerstandsfähig ist. Die Oberfläche des Bambusrohres ist sehr glatt und fein und braucht deshalb nicht mehr nachbearbeitet zu werden. Die Farbe variiert von gelblich bis braun, schwarz, punktiert, gefleckt, matt und glänzend.

  • Die Bambuspflanze ist ein nachhaltiger und schnell nachwachsender Rohstoff
  • Bambus hat sehr gute Materialeigenschaften und ist vielseitig einsetzbar.
  • Bambus speichert viel Kohlenstoff während des schnellen Wachstums. Daher zählt Bambus zu den Pflanzen, die während ihrer Lebensdauer am meisten CO2 absorbieren. Außerdem wird circa 35% mehr Sauerstoff freigesetzt als bei Bäumen gleicher Größe.
  • Die Bambuspflanze bildet über ihr Wurzelsystem kontinuierlich neue Halme. Jährlich können große Mengen geerntet werden, ohne dass die Pflanze stirbt und der Bestand gefährdet wird. So wird Bambaus auch zukünftigen Generationen niemals ausgehen.
  • Bambus verhindert Bodenerosion.
  • Bambus bietet eine stetig wachsende Vielzahl an Verwendungsmöglichkeiten und liefert zukunftsfähige Alternativen zur Nutzung von immer knapper werdenden Ressourcen wie Holz, Metall oder Öl.
  • Bambus ist ein äußerst nachhaltiges und langlebiges Baumaterial, wenn es mittels umweltschonender Salzinfusionen haltbar gemacht wird.
  • Bambus wächst in einigen der ärmsten Regionen der Welt. Als strategisches Element in der globalen Entwicklungsagenda kann durch die Kultivierung, Weiterverarbeitung und Verwendung von Bambus Arbeit und Einkommen in besonders strukturschwachen Regionen geschaffen werden.

Die Bambuspflanze stellt einen Stoff her (Bambus-Kun), der sie vor Schädlingen und Pilzbefall schützt. Das macht den Bambus von Natur aus anti-bakteriell, anti-mikrobiell und hypo-allergen. Produkte aus Bambus sind daher auch sehr gut für Allergiker geeignet.

Wenn Bambus geerntet wird, treibt die Pflanze weiterhin unterirdische Wurzelsysteme (sog. Rhizome) aus, sodass der Gesamtbestand durch seine Ernte nicht gefährdet wird. Bambus ist im Anbau sehr nachhaltig, da er weder Düngemittel noch Pestizide braucht und das Wasser aus der Natur bezieht. Viele Bambussorten sind sogar beständig bei Dürre. Die Bambuspflanze ist sehr widerstandsfähig, kann an vermeintlich unfruchtbaren und steilen Hängen wachsen und wird sogar aufgrund der verzweigten Wurzelsysteme für die Bodenstabilität bei erosionsgefährdeten Gebieten angepflanzt.

Es liefert unzählige Möglichkeiten zur Schaffung von Beschäftigung und Einkommen für Menschen, deren Leben bisher stark von Armut und Benachteiligung gekennzeichnet war.

 

 

Afrikanische Holzarten

Von rosagrau, über kupferfarben bis zu dunklem Braun− afrikanische Holzarten haben nicht nur, eine große Bandbreite an unterschiedlichsten Farben zu bieten.

Auch die Anwendungsbereiche sind weit gefächert. So werden einige der afrikanischen Holzarten, wie zum Beispiel das Moabi und Denya Holz, häufig für Konstruktionen im Innen- und Außenbau verwendet. Das Tali Holz wird für den Brückenbau, Kaianleger oder den Fachwerkbau eingesetzt, da es sehr starken Beanspruchungen standhält. Ebenso sind afrikanische Hölzer, wie das Iroko Holz, für Treppen, Möbel, Parkett oder den Bootsbau geeignet.

Das Besondere an Holzarten aus Afrika ist die Beständigkeit gegen Schädlings- und Pilzbefall. Oft wird kein chemischer Holzschutz gegen Pilze und Insekten benötigt.

Vielfältig, widerstandsfähig und universell einsetzbar

 

Eigenschaften der afrikanischen Holzarten

HolzartGebieteGewicht (kg/m³)*Dauerhaftigkeit
AbachiWest- & Zentralafrika4005 (sehr gering)
BilingaTrop. West- & Zentralafrika8001 (sehr gut)
BongossiElfenbeink., Gabun, Ghana, Äquatorialafrika, Kamerun, Kongo, Liberia, Nigeria, Sierra leone, Zaire, Zentralafrik. Republik1.1002 (gut)
Ceiba-3305 (sehr gering)
DabemaWest- & Ostafrika7003 (mäßig)
DenyaWest- & Zentralafrika1.0001 (sehr gut)
IrokoTropisches Afrika6901-2 (gut bis sehr gut)
MoabiWestafrika830 - 
OkoumeÄquatorialguinea, Gabun, VR Kongo4404 (gering)
TaliElfenbeinküste, Ghana, Kamerun, Gabun, VR Kongo, Mosambik, Sambia, Zaire970 - 

* Gewicht bei 12-15% Feuchtigkeit

 

CEDRELA

ist eine Gattung mit mehreren Arten aus der Familie der Mahagonigewächse, Meliaceae.

Es handelt sich um immergrüne oder sommergrüne Laubbäume mit gefiederten Blättern, die in der tropischen und subtropischen Region Ghanas und von Südmexiko bis Nordargentinien heimisch sind.

Cedro Holz zeichnet sich durch seine leichte Beschaffenheit, Festigkeiten ähnlich Kiefernholz und eine gute Bearbeitbarkeit aus. Es ist witterungsfest, beständig gegen Pilzbefall und Insekten. Typische Verwendungszwecke sind Bootsbau, Möbel, Fenster und Furnierherstellung.

Cedro Holz stammt von der Baumart Cedrela – Western Red Cedar vom Riesen-Lebensbaum, einer Zypressenart, und echtes Zedernholz ist sehr selten und kaum verbreitet. Besonders irreführend ist, dass die Cedrela eigentlich ein Laubbaum ist, aber mit dem Namen eines Nadelbaums (nämlich der Zeder) bedacht wurde.

Cedro ist weder eine echte Zeder, noch darf man sie mit dem amerikanischen Red Cedar verwechseln. Beides sind unterschiedliche Baumarten.

DIN Kürzel

Die DIN Bezeichnung für Cedro lautet CEXX

 

Maserung

Die Poren sind deutlich sichtbar, grob und oft dunkel gefüllt. Sie können unterschiedlich groß sein und in verschiedenen Holzbereichen unterschiedlich häufig auftreten. Es ist eine deutliche Fladerung zu erkennen, die Holzstrahlen sind dagegen kaum sichtbar. Sogenannte „Blutadern“ sind typisch für die Cedrela.

Farbe

Das Kernholz ist anfangs blass gelblich oder leicht rötlich-braun. Unter Lichteinfall dunkelt es nach. Sehr dunkle Qualitäten kommen entweder aus weit südlich gelegenen Gebieten oder aus großen Höhen.

Eigenschaften

Cedro Holz ist leicht und hat Festigkeiten, die ungefähr Kiefernholz entsprechen. Es ist leicht zu bearbeiten, auch hier bestehen Ähnlichkeiten zum Kiefernholz. Harzaustritte an einzelnen Stellen sind möglich.

Schwinden und Trocknung

Die Trocknung benötigt nur kurze Zeit, es besteht kaum Neigung zum Werfen oder zur Rissbildung. Cedro Holz schwindet nur mäßig.

Beständigkeit

Cedro ist recht witterungsfest und auch gut beständig gegen Pilzbefall, sowie recht gut beständig gegen Insekten

Verwendung

Cedro ist vielseitig einsetzbar, kann wie Eichenholz auch gekalkt werden. Für belastete Strukturen wird vor allem das dunklere (etwas härtere) Holz verwendet. Sportboote und deren Innenausstattung, Profile, Rahmen und Verkleidungen sowie Fenster können gut aus Cedro hergestellt werden. Daneben eignet es sich auch zur Furnierherstellung und für den Modellbau.

 

Die Preise liegen in Deutschland bei ca. 2.400-2.800 EUR pro m³.

 

 

LEHM

Lehm ist nicht nur als Baumaterial gesundheitsfoerdernd und hat die Fähigkeit, Schadstoffe aus Wasser und der Luft zu absorbieren.

WASSER GEFAESSE

Traditionell benutzte Wasseraufbewahrungs-Gefaesse filtern Bakterien, Viren und Parasiten aus gesammeltem Wasser. Durch die Membran artike Filterfunktion kann Brachwasser als Trinkwasser verwendet werden. Ton hat zudem kuehlende Eigenschaften.

 

 

LEHMPUTZ

Lehmverputze regulieren die Raumluftfeuchtigkeit, dämmen den Schall, speichern Wärme und absorbieren Gerüche.

Einsatz in Krankenhauszimmern

Lehmdecken in Patientenzimmern leisten einen wichtigen Beitrag zum gesunden Raumklima. Sie gleichen «Feuchtigkeitsspitzen» aus, die beim Duschen kurzfristig in den Zimmern entstehen können.

Über den Kostenunterschied von Lehm- und Betondecken kann keine allgemeine Aussage gemacht werden, da viele Faktoren die Erstellungskosten beeinflussen. Im Fall des Schweizer Triemli Krankenhaus ist die Lehmdecke – mit eingelegten, dünnen, wasserführenden Rohren – kostengünstiger als technische Lösungen mit vergleichbaren Funktionalitäten.

Nicht mehr benötigter Lehm kann wieder dem Boden zurückgeführt werden, da er keine Schadstoffe enthält und wasserlöslich ist.